Hot! 0:0 – Viktoria biss sich am Hofer Riegel die Zähne aus

Der Dietrich für die Bayernliga-„Normalos“ will nicht zu komplizierteren Schlössern passen…

Das letzte Heimspiel der Viktoria vor der Winterpause wollten sich bei idealen äußeren Bedingungen 719 Zuschauer nicht entgehen lassen. Mit der SpVgg. Bayern Hof war ein Gegner zu Gast, der unlängst noch zusammen mit den Hausherren auf der Regionalliga-Bühne stand. Das war denn auch in einer Partie, die gehobenes Bayernliga-Niveau bot, deutlich zu sehen. Die Oberfranken stellten insbesondere zu Beginn der Partie das reifere Team und wurden auch, nachdem die Weiß-Blauen ab Mitte der ersten Halbzeit das Ruder der Partie übernahmen und nicht mehr abgaben, aufgrund ihrer kompakten, kopfballstarken Abwehr selten vor wirkliche Probleme gestellt. So endete die Begegnung mit einem torlosen Remis, das allseits als leistungsgerecht angesehen wurde. Für Viktoria war dies kein Beinbruch, denn sie profitierte von gleichzeitigen Ausrutschern der Konkurrenz, während bei den Hofern das mittlerweile achte Unentschieden im Saisonverlauf lediglich ein geteiltes Echo gefunden haben dürfte.

Viktoria Aschaffenburg und Bayern Hof trennten sich in einem kämpferischen Spiel 0:0-Unentschieden (© Moritz Hahn)

Viktoria Aschaffenburg und Bayern Hof trennten sich in einem kämpferischen Spiel 0:0-Unentschieden (© Moritz Hahn)

Die Hofer straften in der Anfangsphase all diejenigen Lügen, die im Vorfeld eine Mauertaktik der Gäste prophezeit hatten. Durch frühes Pressing setzten sie die Weiß-Blauen unter Druck, die ihnen mit leichten Fehlern im Spielaufbau noch ein Stück entgegenkamen. Einmal in Ballbesitz, kombinierten sich die Schwarz-Gelben blitzschnell durch die Reihen der Viktoria-Abwehr. Bei glasklaren Chancen von Gareis, der an Stefan Steigerwald scheiterte (9.), und in 14. Minute war es allein der mangelnden Konsequenz im Abschluss zu verdanken, dass der SVA nicht schon früh in Rückstand geriet. Zwar prüfte Daniele Toch in der 20. Minute erstmals Jiri Bertelman, doch so richtig knacken konnte der SVA den sehr widerstandsfähigen Hofer Riegel nicht. Immer am Mann und klug verschiebend wankte die Abwehr der Oberfranken weder bei hohen Bällen – das meiste pflückte der baumlange Routinier Jiri Bertelman herunter – noch bei scharfen, flachen Hereingaben, bei denen immer ein Abwehrbein dazwischen war. Auch die Kreativzentrale Toch und Schnitzer, sonst gewohnt, Bayernliga-Abwehrspieler als Slalomstangen zu sehen, wurde fast vollständig aus dem Spiel genommen bzw. dribbelte sich ein ums andere Mal in der Hofer Defensive fest. Das torlose Remis in die Kabine mitgenommen zu haben, dagegen dürfte kein Weiß-Blauer ernsthafte Einwände erhoben haben.

Die zweiten 45 Minuten lassen sich im Prinzip mit der Formel „es spielte nur noch der SVA“ zusammenfassen. Mit großem läuferischem Aufwand erwarb man sich eine hohe Feldüberlegenheit. Eines der großen Rätsels des Spiels war freilich, warum die Schwarz-Gelben so passiv agierten, dass man argwöhnen musste, es wäre ihnen in der Pause vom Trainer verordnet worden, das 0:0 zu halten. So richtig hinten reingedrängt wurden sie von der Viktoria nämlich nicht, dafür fehlten ihr an diesem Tag die zündenden Ideen und das variable Angriffsspiel, die man sonst von ihr gewohnt ist. Zwei Chancen in der Schlussphase durch den eingewechselten Giulio Fiordellisi, der noch einmal frischen Wind in die Partie brachte, viel mehr war nicht zu vermelden. Obwohl sich fast alles in seiner Spielhälfte abspielte – die SpVgg. fand in den zweiten 45 Minuten offensiv faktisch nicht statt –, verlebte Keeper Jiri Bertelman, der mit zunehmender Spieldauer bei seinen Abschlägen einschlief, einen vergleichsweise geruhsamen Nachmittag.

Impressionen: Viktoria Aschaffenburg vs. SpVgg. Bayern Hof

In der anschließenden Pressekonferenz  äußerten sich beide Trainer zufrieden mit dem Remis. Hofs Coach Faruk Maloku rechtfertigte die Passivität seiner Jungs in Hälfte zwei damit, dass es sehr kräftezehrend sei, die gefürchtete Viktoria-Offensive zu eliminieren. Immerhin: ein Lob aus berufenem Munde…

Vor der Winterpause stehen für die Viktoria noch zwei Auswärtsspiele an, mittels derer sie, zwei Siege vorausgesetzt, sogar als Tabellenführer der Bayernliga Nord überwintern kann. Beim kriselnden Würzburger FV kann sie am kommenden Samstag (22. November) um 14 Uhr den ersten Schritt dazu tun.

 

Viktoria Aschaffenburg – SpVgg. Bayern Hof 0:0 (0:0)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Mike Kirchner, Abassin Alikhil, Simon Schmidt, Dennis Löhr – Daniel Cheron, Johannes Gerhart, Roberto Desch – Björn Schnitzer, Daniele Toch (72. Giulio Fiordellisi) – Florian Pieper (55. Yannick Franz)

Hof: Jiri Bertelman – Daniel Gareis, Alexander Bareuther, Christian Schraps, Christian Brandt (86. Thomas Stock), Paul Scheller (90. Benjamin Bucksch), Andre Biermeier, Marcel Findeiß, Daniel Hacker, Fratisek Kura, Maximilian Krauß

Tore:

Gelbe Karten: Florian Pieper, Simon Schmidt / Daniel Gareis, Maximilian Krauß

Schiedsrichter: Johannes Mayer – Tobias Buchner, Stephan Benzinger

Zuschauer: 719

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