0:1: Viktoria verbrennt sich an der Roten Laterne

Heimniederlage gegen den FC Pipinsried sorgt für zusätzliches Adrenalin im Abstiegskampf / Kammergruber begrub den SVA

Die Viktoria taumelt weiter der Abstiegszone entgegen. Auch im Heimspiel gegen den Tabellenletzten FC Pipinsried konnte die Talfahrt nicht gestoppt werden. 857 Zuschauer (Minusrekord am Schönbusch) sahen eine Partie, die nur selten Regionalliga-Format hatte. In einem typischen 0:0-Spiel schlugen die Gäste zwei Minuten vor Schluss quasi aus dem Nichts zu und machten aus Sicht der Viktoria einen gebrauchten Nachmittag zu einem zum Vergessen.

Kein Durckommen gab es für die Viktoria im Heimspiel gegen den FC Pipinsried (© Moritz Hahn)

Es ließ sich sehr schleppend an in diesem Schlüsselspiel im Kampf gegen den Abstieg. Kevin Birk parierte in der 21. Minute einen Schuss von Rabihic. Der Spielmacher, auffälligster Akteur in den Reihen der Gäste, war auch Ausgangspunkt der besten Chance des FC in der ersten Hälfte. Sein Freistoß aus 20 Metern halbrechts wurde von einem Mitspieler per Kopf verlängert, doch Birk lenkte das Leder mit den Fingerspitzen über die Latte. Der Viktoria war das Bemühen anzumerken, das Spiel zu diktieren, doch wirklich Zwingendes sprang dabei selten heraus. Einzig erwähnenswert eine Torchance durch Pasqual Verkamp aus der 17. Minute. Auch den letzten Akzent in der wenig packenden ersten Halbzeit setzte der mit zunehmender Spieldauer couragierter auftretende FC Pipinsried. In der 40. Spielminute wurde Rabihic lang geschickt, setzte seinen Torabschluss aber nur ans Außennetz.

Reichlmayr hatte Einwände gegen Arbeitssieg

Die zweite Spielhälfte präsentierte sich den Zuschauern etwas ereignisreicher, wenngleich von einem wirklichen Taktwechsel der Viktoria nicht die Rede sein konnte. Torchancen stellten sich immerhin für die Heimmannschaft ein, die sich in dieser Phase in der Offensive etwas variabler präsentierte. Zunächst verfehlte nach einer Ecke von Björn Schnitzer ein Seitfallzieher von Michél Harrer deutlich das Tor (47.). Der Aschaffenburger Sturmtank sollte noch zwei starke Szenen haben, doch sowohl mit seinem Torabschluss nach sehenswerter Einzelleistung (55.) als auch mit einem platzierten Kopfball nach Schnitzer-Ecke (72.) scheiterte er am glänzend parierenden FC-Keeper Reichlmayr. Auch bei der letzten glasklaren Chance der Weiß-Blauen durch den eingewechselten Philipp Beinenz (85.) klärte er den Schuss aus kürzester Distanz per Fußabwehr. Chancen zu einem schmucklosen Arbeitssieg waren gegeben, doch zu keiner Zeit konnte man das Schlusslicht spielerisch aus den Angeln heben. Man erlaubte es dem FC Pipinsried damit, ökonomisch zu spielen, so dass sich dessen Kräfteverschleiß auch im dritten Spiel binnen Wochenfrist in engen Grenzen hielt. Das Team um Fabian Hürzeler blieb reaktionsfähig und war in ein, zwei unsauber ausgespielten Kontersituationen schon Mitte der zweiten Halbzeit nah dran am Torerfolg. Das Siegtor für Pipinsried fiel dann freilich zu einem Zeitpunkt, als das torlose Remis eine ausgemachte Sache schien. Mit der Einwechslung zweier spät eingewechselter frischer Kräfte bewies man ein goldenes Händchen: Auf Vorarbeit von Cekic düpierte Kammergruber in der 88. Spielminute seinen Gegenspieler durch eine blitzschnelle Drehung und lochte unhaltbar für Birk unten rechts ein.

„Nach vorne blicken“ fällt diesmal schwer

„Ein nicht unverdienter Sieg“, befand FC-Spielertrainer Fabian Hürzeler nach dem Spiel. Man möchte ihm nicht ausdrücklich widersprechen, obwohl das Ergebnis genauso gut anders herum hätte lauten können. Tatsache ist, dass – zumindest vom Augenschein her – keines der Teams das Feuer entfachen konnte, das der jeweils prekären Tabellensituation angemessen gewesen wäre.

Gleich weitermachen sei das beste Rezept, um ein Negativerlebnis gar nicht erst sacken zu lassen. In diesem Sinne hatte sich Jochen Seitz jüngst nach der Niederlage in Eichstätt geäußert. Der Spielplan hat diesmal ein Einsehen, die Viktoria darf schon am Dienstagabend (18 Uhr) wieder ran. Gegner im Stadion am Schönbusch ist dann in einem Nachholspiel ein wahrer Wunschkandidat in Sachen Traumabewältigung: die U23 des FC Bayern München…

28. Spieltag, 6. April 2019, um 14:00 Uhr in Aschaffenburg (Stadion am Schönbusch // Kleine Schönbuschallee, 63741 Aschaffenburg)

Viktoria Aschaffenburg – FC Pipinsried 0:1 (0:0)

Aschaffenburg: Kevin Birk – Daniel Cheron, Luca Dähn, Simon Schmidt, Hamza Boutakhrit – Kevin Wittke, Max Grünewald (70. Roberto Desch), Clay Verkaj (83. Philipp Beinenz), Björn Schnitzer, Pasqual Verkamp (61. Daniele Toch) – Michél Harrer (Trainer: Jochen Seitz) Pipinsried: Thomas Reichlmayr – Noel Knothe, Fabian Hürzeler, Philip Grahammer, Oliver Wargalla (85. Marco Kammergruber), Kasim Rabihic, Sebastian Süß (71. Thomas Berger), Andreas Schuster, Maximilian Zischler, Luis Grassow, Philipp Schmidt (75. Amar Cekic) (Trainer: Fabian Hürzeler) Tore: 0:1 Marco Kammergruber (88.) Gelbe Karten: Luca Dähn (49.), Hamza Boutakhrit (69.) / Maximilian Zischler (38.), Fabian Hürzeler (63.) Schiedsrichter: Stefan Treiber – Paul Birkmeir, Sebastian Eder Zuschauer: 857 (Stadion am Schönbusch)

Schreibe einen Kommentar

*

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *