Hot! Tradition visualisieren: Viktoria-Wappen goes klassisch

Mit dem „Zurückgreifen“ auf das bereits 1921 benutzte Vereins-Emblem soll eine Brücke von den Ursprüngen zur Moderne geschlagen werden

Egal ob als Aktiver oder als Fan, das Vereinswappen trägt man, wie es so schön heißt, im Herzen. Müßig zu sagen, dass man sich auf dünnes Eis begibt, wenn man durch unsachgemäßen Umgang sich an dieser Ikone versündigt und mit der bildhaften Überlieferung eines Vereins bricht.

Zurück zu den Wurzeln - das alte ist das neue Vereinswappen

Zurück zu den Wurzeln – das alte ist das neue Vereinswappen

Als Konstante in der wechselvollen Vereinsgeschichte ist das Viktoria-Logo über all die Jahre bezüglich grafischer Darstellung, Text und Schrift unverändert geblieben und bleibt auch in seiner aktualisierten Fassung, die ab sofort das Erscheinungsbild des Vereins schonend reformieren wird, diesbezüglich gänzlich unangetastet. Was wird sich also nun verändern? Wenn wir sagen, wir haben dem Logo ein Facelifting verpasst, so trifft das nicht den Kern der Sache, denn ein Facelifting dient in der Regel dazu, die Macken des Alters mehr schlecht als recht zu vertuschen. Die Viktoria will nichts wegbürsten, sondern im Gegenteil nichts anderes, als im Glanze seines auch stolz als Historie bezeichneten biblischen Alters neu erstrahlen.

Im Klartext: Das SVA-Trikot und auch diese Homepage wird zu eben diesem Zweck wieder das  Emblem der Anfangsjahre zieren, das erstmals bereits in der 1921 erschienenen Festschrift zum zwanzigjährigen Vereinsbestehen den Titel schmückte und noch starke Anklänge an die  Formensprache des um die Jahrhundertwende im nahen Darmstadt seine Blütezeit erlebenden verspielten Jugendstils zu erkennen gibt. Rauten mit abgerundeten Ecken, wie sie das Logo aufweist, waren damals ein charakteristisches Stilmittel, das überall zum Einsatz kam, sei es in Architektur, bei Mobiliar, Beschlägen und in allen Sparten des Kunsthandwerks.

Verspielt und – nur scheinbar widersprüchlich – gleichzeitig von strenger Eleganz ist dieser Stil, womit ihm im besten Sinne das Prädikat „zeitlos“ ausgestellt werden kann. Nicht von ungefähr kommen beim Betrachten des Logos Assoziationen an eine filigrane, leichte Brückenkonstruktion auf, die mühelos den Bogen über die Zeitläufte des mittlerweile 114-jährigen Vereinsbestehens der Viktoria schlägt. Dagegen mutet das zuvor verwendete Wappen – so marginal die Abweichungen auf den ersten Blick scheinen mögen – schon eher wie die allein dem nüchternen Zweck verpflichtete Formensprache der Nachkriegsjahre an: eckig, kantig, hermetisch abgeschlossen, nicht über sich hinausweisend.

Transportierte Botschaft, aber auch die Ästhetik sprechen unserer Meinung nach der „neuen“ Variante ein deutliches Pro aus. Wir hoffen, dass das „antikisierte“ Vereinswappen auf Anhieb bei unseren von jeher traditionsbewussten Spielern und Fans Anklang findet. Wir rufen nicht wie die Hofer „Britannia“, sondern wir tragen unser „Britannia“ ab sofort auf der Brust…

1 Kommentar

  1. Ganz wunderbar. Das ohnehin schon ästhetisch ansprechende Wappen wurde so nochmals deutlich aufgewertet. Der ausdrückliche Bezug auf die Tradition ist dabei besonders zu loben.

    Jetzt würde ich mir nur noch wünschen, daß der Traditionsbezug auch in der Spielkleidung wieder deutlicher wird. Also bitte keine rein weiße Kleidung mit schwarzen (schwarzen!) Streifen mehr wie letzte Saison, sondern klassisch Weiß und Blau. Vielleicht mal im Archiv stöbern, was die Viktorianer früher so getragen haben, und daran anknüpfen. So ein Trikot würde sich gewiß auch in größeren Stückzahlen im Fanshop verkaufen lassen.

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