Viktoria zu Gast beim Zuschauerkrösus der Liga

Unterfrankenderby steigt am Freitag, 14. März, um 19.30 Uhr im Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion

Das diesjährige Saisoneröffnungsspiel der Regionalliga Bayern ist auch den nicht direkt Beteiligten in lebhafter Erinnerung geblieben. Aufsteiger 1. FC Schweinfurt 05 empfing bei seinem ersten Regionalliga-Auftritt die Würzburger Kickers zum Derby, das sich 6.207 Zuschauer im heimischen Willy-Sachs-Stadion nicht entgehen lassen wollten. Die Schnüdel stellten seinerzeit nicht nur einen neuen Regionalliga-Bayern-Zuschauerrekord (mittlerweile übertroffen) auf, sondern setzten auch mit einem 3:1-Premierensieg das Tüpfelchen aufs i.

Viktoria Aschaffenburg zu Gast beim 1. FC Schweinfurt 05

Viktoria Aschaffenburg zu Gast beim 1. FC Schweinfurt 05

Nach 26 Spieltagen hat sich der Zuschauerschnitt zwar auf etwas moderatere 2.130 Besucher pro Spiel eingependelt, doch liegen die Schweinfurter in der Gunst des Publikums immer noch klar vorne. Eines Publikums wohlgemerkt, das im Willy-Sachs-Stadion nicht immer verwöhnt wurde. Mit 14:17 Punkten aus 12 Heimspielen weist das Team von Gerd Klaus eine negative Heimbilanz auf und belegt in der aktuellen Heimtabelle lediglich Rang 15. Auswärts nahm man nur in Hof und im Derby der beiden Traditionsclubs mit Zweitligavergangenheit am Aschaffenburger Schönbusch die volle Punktzahl mit. An jenem 13. August vergangenen Jahres konnte das Komljenovic-Team nach dem späten Ausgleich von Petrit Topic in der 87. Minute zumindest auf einen Punkt hoffen, wurde aber durch ein Tor in der Nachspielzeit des Schweinfurter Torjägers Tom Jäckel (9 Tore) aus allen Träumen geholt.

Das Rückspiel in Schweinfurt wird unter Flutlicht stattfinden, aber nicht nur deshalb elektrisiert es die Massen. Seit 1971 – damals traf man im Rahmen der letzten gemeinsam absolvierten Regionalliga-Süd-Saison aufeinander, mit dem deutlich besseren Ende für den FC (4:0) – ward die Viktoria im Willy-Sachs-Stadion nicht mehr gesehen und lebte fortan in einer Parallelwelt unter dem Dach des HFV. Die der Partie innewohnende hohe Emotionalität ähnelt der zweier Bekannter aus entfernten Tagen, die sich nach jahrzehntelanger Trennung wiedersehen.

Wie die Viktoria so hat auch der 1. FC Schweinfurt beim Rückrundenauftakt gepatzt, allerdings dürfte dessen 0:1-Auftaktniederlage beim Sechstplatzierten TSV Buchbach eher einkalkuliert gewesen sein als die 1:2-Heimpleite des SVA gegen Tabellennachbar SpVgg. Bayern Hof. Legt man die Messlatte eines Aufsteigers an, so liegen die Mannen von Gerd Klaus nach wie vor im Soll. Mit Rang 14 hält man den ersten Nichtabstiegsplatz und hat bei aktuell 22 Punkten satte 9 Punkte Vorsprung  auf den Derbygegner. Viel passieren kann also nicht am Freitagabend, wohl aber dürfte Gerd Klaus seinen Spielern eingeimpft haben, dass die kommenden „leichten“ Heimspiele gegen die Viktoria (14.3.) und die SpVgg. Bayern Hof eine Einladung darstellen, den derzeit hauchdünnen Vorsprung auf die Relegationsplätze vorentscheidend zu vergrößern. Die Viktoria, will sie noch eine realistische Chance auf den Klassenerhalt wahren, darf sich aufgefordert fühlen, die Scharte der Heimniederlage gegen Hof schnellstmöglich auszuwetzen, denn den Bayern dürfte nach ihrer jüngsten Niederlage in Ingolstadt (0:1) nicht nach einem Benefizspiel am 22. März im Stadion am Schönbusch zumute sein…

Was den Komljenovic-Jungs Mut machen dürfte, ist, dass Innenverteidiger Denis Talijan nach seiner Gelbsperre wieder zur Mannschaft stoßen und die Abwehr stabilisieren wird. Mittelfeldstratege Markus Schmitt ist nach seinem verletzungsbedingten Ausscheiden im Spiel gegen Hof noch angeschlagen und sein Einsatz gegen Schweinfurt unwahrscheinlich. Zino Zampach dürfte hingegen wieder mit von der Partie sein.

Belebend auf die Viktoria-Psyche könnte wirken, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass man gerade in der Fremde schon des Öfteren positiv überraschen konnte. Mit den Siegen in Memmingen (3:1) und bei den Würzburger Kickers (2:0) hatte schließlich vorher auch keiner gerechnet. Wenn es zutrifft – was Kapitän Simon Schmidt gerade in einem noch nicht veröffentlichen Interview prophezeite – dass sich frühestens Ende März zum Spiel in Rain das Viktoria-Lazarett entscheidend lichten wird, so kann die Zielsetzung nur lauten, sich bis zu diesem Zeitpunkt der personellen Vollbesetzung noch alle Chancen auf den Klassenerhalt offen zu halten.

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