Was man nicht (mehr) braucht, muss man nicht gleich verschmähen…

Viktoria ist auch auf die Punkte aus der Fuggerstadt scharf / Die Augsburger Reserve ist noch nicht ganz gesichert

Nach dem 2:1-Sieg gegen die Club-Reserve am vergangenen Wochenende konnte die Viktoria mit Glanz und Gloria den Klassenerhalt feiern. Entsprechend entspannt kann man das Saisonfinale bei der Augsburger Reserve begehen. Diese hat mit einem 2:0-Sieg im Abstiegskrimi beim VfL Garching mit diesem nach Punkten gleichgezogen und fast das rettende Ufer erreicht. Für alle Fälle benötigen die Fuggerstädter aus der letzten Partie gegen die Viktoria noch einen Punkt zum direkten Klassenerhalt.

Der FC Augsburg II hat auf dem Trainerposten eine hohe Fluktuation aufzuweisen. In den sieben Jahren der Zugehörigkeit zur Regionalliga Bayern saßen nicht weniger als acht Trainer (inklusive Interimslösungen) auf der Bank. Mitte Oktober vergangenen Jahres warf der seit Sommer 2017 in der Rosenau tätige Ex-Profi Dominik Reinhard das Handbuch, nachdem sich das Team mit lediglich vier Zählern aus den letzten acht Saisonspielen den Abstiegsplätzen bedrohlich genähert hatte. Interimsmäßig übernahm zunächst der Leiter des Augsburger Nachwuchsleistungszentrums, Alexander Frankenberger. Anfang des Jahres wurde mit Josef Steinberger ein neuer Trainer bei der Augsburger Reserve vorgestellt. Der 46-Jährige war zuvor schon lange Jahre in der Nachwuchsarbeit aktiv, in Regensburg, beim TSV 1860 München und zuletzt bei der U19 der SpVgg. Greuther Fürth. Beim seinerzeitigen Amtsantritt Steinbergers hatten die Augsburger drei Punkte Vorsprung auf die Relegationsplätze. Diesen Abstand zur gefährdeten Zone weist das Team auch vor dem letzten Spieltag auf. Obwohl der FCA aus den zwölf Spielen im Jahr 2019 nur 13 Zähler sammeln konnte, ist Steinbergers einzige Mission – der Klassenerhalt – nahezu erfüllt. Immerhin 22 ihrer 38 Punkte holten die Augsburger in der Rückrunde, wobei insbesondere die sechs Punkte aus den letzten beiden Partien gegen Bayreuth (4:1) und Garching (2:0) noch einmal für gewaltigen Auftrieb im Abstiegskampf sorgten. Mit nur vier Siegen im eigenen Stadion zählt der FCA zu den heimschwächsten Teams der Liga. Das 4:1 gegen Bayreuth war der erste Heimsieg in 2019 nach zuvor vier Niederlagen. Ihren wohl spektakulärsten Erfolg konnte die Steinberger-Truppe am 27. Spieltag mit einem 1:0 bei den kleinen Bayern feiern. Das Kunststück, im Grünwalder Stadion zu gewinnen, gelang in dieser Saison sonst nur noch der SpVgg. Bayreuth.

Mit Vollgas ins Saisonfinale! Viktoria Aschaffenburg kann am 34. Spieltag beim FC Augsburg II entspannt aufspielen (© Moritz Hahn)

Jochen Seitz betont das Gebot der Fairness

„Die Spannung ist erst einmal abgefallen, wir haben in dieser Woche ein bisschen runtergefahren. Am Donnerstag und Freitag ist noch einmal Training fürs Augsburg-Spiel angesetzt“, skizziert Jochen Seitz die Woche nach dem sichergestellten Ligaverbleib.

Etwas Tempo rausnehmen und den Schlendrian einreißen lassen sind freilich zwei völlig unterschiedliche Dinge. Letzteres ist mit dem akribischen Arbeiter Jochen Seitz nicht zu machen: „Wir bereiten uns nichtsdestotrotz intensiv auf den Gegner vor. Die Selbstmotivation, gewinnen zu wollen, sollte auch hier vorhanden sein. Für Augsburg geht es noch um was. Bei einem Sieg könnten wir noch einen Platz nach vorne rücken. Gründe, Gas zu geben, gibt es immer.“

Augsburg reicht bekanntlich ein Punkt zum direkten Klassenerhalt, aber nach dieser Rechnung wird der FCA nach Meinung von Jochen Seitz sein Spiel nicht ausrichten: „Auf Ergebnis zu spielen, ist immer riskant. Da muss nur eine Kleinigkeit passieren und die ganze Taktik ist über den Haufen geworfen. Augsburg wird versuchen, relativ rasch ein Tor zu erzielen, um die ganze Angelegenheit schnell in ruhigere Gewässer zu bringen. Wir wollen entsprechend dagegenhalten und fahren nach Augsburg, um zu gewinnen. Das gebietet nicht zuletzt die Fairness den anderen Vereinen gegenüber, die noch unten drinstehen.“

Abschließende Mallorca-Reise: Sangria aus dem BFV-Pokal?

Keine Sorgen muss man sich hingegen darum machen, dass nach dem Happy-End bei den Hauptakteuren die Emotionen zu kurz kommen könnten. „Die Mannschaft hat am Samstag schon gefeiert und auch etwas zusammen unternommen. Da könnte nach dem letzten Saisonspiel am Samstag noch ein zweiter Akt folgen. Ansonsten fährt das Team nach dem Würzburg-Spiel ja auch noch für zwei, drei Tage nach Mallorca und wird dort natürlich gebührend feiern“, kann der Coach beruhigen.

Aus Studiengründen fehlen wird am Samstag Philipp Beinenz. Ob die angeschlagenen Simon Schmidt und Luca Dähn mitwirken können, wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen. „Eventuell werden wir einige Wechsel vornehmen, so dass einige noch mal zum Einsatz kommen, die in letzter Zeit nicht so oft gespielt haben. Die können sich dann noch mal zeigen“, zeigt sich Jochen Seitz in Anbetracht bereits geschaffener Fakten dem einen oder anderen Experiment nicht abgeneigt.

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