Würzburger FV vorletzte Station auf dem Weg zum Etappensieg

Am Samstag, 22. November, um 14 Uhr zieht die Viktoria auf der Sepp-Endres-Sportanlage den Jahres-Schlussspurt an

Programmgemäß markiert der am kommenden Samstag stattfindende 22. Spieltag der Bayernliga Nord den Jahresabschluss, doch stehen etlichen Mannschaften noch Nachholspiele ins Haus. So auch der Viktoria, deren Winterpause erst im Anschluss an das nachgeholte  Auswärtsspiel beim TSV Neudrossenfeld am 29. November beginnt. Zwei Spiele hat die Viktoria also noch vor der Brust, in denen eine maximale Punkteausbeute sich als durchaus realistisches Szenario denken ließe. Den ersten Dreier kann die Komljenovic-Elf mit einem Sieg am Samstag, 22. November, beim finanziell wie sportlich angeschlagenen Würzburger FV unter Dach und Fach bringen.

Yannick Franz sorgte bei seinem Bayernliga-Debut gegen den WFV mit seinem Doppelpack für den 4:1-Heimsieg

Yannick Franz sorgte bei seinem Bayernliga-Debut gegen den WFV mit seinem Doppelpack für den 4:1-Heimsieg

Auch nach der Punkteteilung gegen eine defensivstarke SpVgg. Bayern Hof am vergangenen Wochenende befindet sich die Viktoria im Titelkampf in einer sehr komfortablen Situation, zudem begünstigt durch die unerwartete Heimniederlage des Spitzenreiters SpVgg. SV Weiden gegen den SC Eltersdorf.

WFV: karge Existenz als Mauerblümchen

Am Samstag stehen beide Kontrahenten vor lösbaren Aufgaben, wobei der SVA beim Würzburger FV gegenüber Weiden (in Neudrossenfeld) den etwas schwierigeren Part zu übernehmen hat. In der Residenzstadt scheint es sich zu bewahrheiten, dass die Verhältnisse dort keine zwei ambitionierten Fußballclubs nebeneinander zulassen. Während die Würzburger Kickers mit einer stattlichen  Finanzspritze versehen als souveräner Tabellenführer der Regionalliga Bayern scheinbar unaufhaltsam der 3. Liga entgegen streben, versinkt der Lokalrivale Würzburger FV zunehmend in der sportlichen Bedeutungslosigkeit des Bayernliga-Niemandslandes. Selbst die Aufrechterhaltung des Spielbetriebes in der Fünftklassigkeit war zuletzt in Gefahr, hing doch eine drohende Insolvenz wie ein Damoklesschwert über dem Traditionsverein. Den Appell, Rettungsmaßnahmen einzuleiten, um den Club nicht untergehen zu lassen, unterstützte die Mannschaft sportlich durch einen Höhenflug von vier Siegen in Serie. Nach zuletzt zwei Niederlagen gegen Amberg (0:3) und Aubstadt (0:2) ist an der Mainauer Straße wieder der triste Alltag eingekehrt. FV-Coach Christian Graf dürfte seinem Team eingeimpft haben, dass es nach allen Querelen der jüngeren Vergangenheit psychologisch kontraproduktiv wäre, durch eine Niederlage im letzten Saisonspiel des Jahres – es wäre die dritte in Folge – in unmittelbarer Nähe zu den Abstiegsplätzen zu überwintern. Die Heimbilanz der Blau-Weißen lehrt mit 11:14 Punkten zwar nicht unbedingt das Fürchten, aber wozu man an einem guten Tag fähig ist, dokumentierte man eindrucksvoll am 10. Spieltag, als man die SpVgg. SV Weiden mit 1:0 schlagen und damit im 17. (!) Aufeinandertreffen den ersten Sieg gegen die Oberpfälzer feiern konnte. Das erste Unterfranken-Derby mit dem SVA indes geriet dem WFV in der Hinrunde im Stadion am Schönbusch mit 1:4 gründlich daneben.

Slobodan Komljenovic: „Ich wünsche mir sechs Punkte“

„Wir haben in der ersten Halbzeit etwas unkonzentriert und hektisch agiert, in der zweiten Halbzeit haben wir alles versucht, aber man hat gesehen, dass die Hofer eine sehr erfahrene Mannschaft mit einer starken Defensive haben. Im Endeffekt ein 0:0, wo ich sage: hinten zu null gespielt ok, aber vorne hätte es ruhig ein bisschen mehr sein können“, fasst Slobodan Komljenovic das Heimfinale des Jahres 2014 gegen den Regionalliga-Absteiger SpVgg. Bayern Hof vom vorigen Samstag zusammen.

Gleichwohl bietet sich der Viktoria zum ersten Mal in dieser Saison die Gelegenheit, sich mit zwei Siegen unabhängig vom Abschneiden der Konkurrenz der Tabellenführung zu bemächtigen, welche ihr dann bis Anfang März, solange eben der Spielbetrieb ruht, von niemandem mehr zu nehmen sein wird. Slobodan Komljenovic hat die psychologische Komponente des „Überwinterns als Tabellenführer“ erkannt und appelliert daher an sein Team, die Chance nicht verstreichen zu lassen: „Ich wünsche mir sechs Punkte. Dafür ist höchste Konzentration erforderlich. Sechs Punkte und dann als Tabellenführer in die Winterpause gehen, wäre natürlich ideal.“ Ob nun der Würzburger FV oder der TSV Neudrossenfeld, beide Aufgaben befindet der Coach für gleichermaßen schwer, denn „sie werden sich beide hinten reinstellen und auf unsere Fehler warten. Wenn wir die vermeiden und gleichzeitig das konzentrierte Offensivspiel der vergangenen Wochen aufziehen, dann können wir uns zum Jahresende für das in dieser Saison Geleistete mit dem Sprung an die Tabellenspitze belohnen.“

Personalnotstand müssen die Weiß-Blauen nicht für sich reklamieren, denn mit Ausnahme des langzeitverletzten Zamir Daudi und Jonas Fritsch (Kreislaufprobleme), die beide nächste Woche das Training wieder aufnehmen, kann das Projekt „Winter-Meisterschaft“ in Bestbesetzung in Angriff genommen werden.

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