Wieder in der Oberpfalz: Viktoria steht vor schwerer Auswärtshürde

Zum Rückrundenauftakt ist beim Tabellenfünften FC Amberg kein Ergebnis in historischer Höhe zu erwarten

Am 18. Spieltag der Bayernliga Nord, der den Beginn der Rückrunde markiert, sieht sich die Viktoria vor eine ungleich schwerere Aufgabe gestellt als vor Wochenfrist in Ammerthal. Den FC Amberg hatten vor Saisonbeginn die meisten Vereine auf dem Zettel, wenn ihnen die Meisterschaftsfrage gestellt wurde. Auch die Viktoria machte da keine Ausnahme. Zum Topfavoriten stempelten sich die Oberpfälzer nicht zuletzt selbst durch eine Reihe hochkarätiger Neuverpflichtungen. Am kommenden Samstag, 25. Oktober, um 16 Uhr bläst das nach verhaltenem Auftakt zuletzt mächtig in Fahrt gekommene Team von Timo Rost im Aufeinandertreffen mit dem zweitplatzierten SVA zum Angriff auf die Spitzengruppe.

Das Hinspiel am Schönbusch, das 1:1 endete, dürfte allen noch in guter Erinnerung sein, denn der SVA gab anlässlich dieser Partie seinen Bayernliga-Einstand. So schwer man sich mit der Einordnung  des Resultats damals noch tat, eines wurde schon deutlich: dass auch die neue Liga für die Weiß-Blauen kein Spaziergang werden würde. Nach 17 Spieltagen hat sich der Schleier gelüftet und es offenbart sich allmählich, dass beide Teams bei der Meisterschaftsvergabe wohl ein gewichtiges Wörtchen mitzureden haben werden.

FC hält sich akribisch an „60 plus X“

Die Oberpfälzer haben vier Punkte Rückstand auf die Viktoria und zudem noch den Nachteil, schon in Neudrossenfeld gespielt zu haben und dort – eine kleine Sensation! – mit 1:4 verloren zu haben. Ansonsten überwiegen die Parallelen zum SVA: Man ist sowohl für Kantersiege gut (jüngst 7:0 gegen die SpVgg. Ansbach) als auch anfällig in Partien gegen Topteams. Niederlagen gegen Forchheim (2:3), Weiden (0:2) und Jahn Regensburg (1:2) standen bislang dem Sprung nach ganz oben im Wege. Gleichwohl sieht man sich nach der Hinrunde mit derzeit 31 Punkten an der Vils voll im Soll, lautete doch die Saisonvorgabe „60 Punkte plus X“, womit man sich am Abschneiden des Vorjahres orientiert. Was natürlich nicht heißen soll, dass man mehr nicht nehmen würde…

Der 18. Spieltag der Bayernliga Nord ist auch insofern ein besonders wichtiger, als mit Ausnahme von Großbardorf (gegen Ammerthal) alle Topteams in direkten Duellen aufeinandertreffen: Weiden gastiert in Hof, während der SSV Jahn Regensburg II Forchheim empfängt. Ein Sieg zählt in solch einer Konstellation doppelt, wenn neben den eigenen drei Punkten auf der Habenseite gleich mehrere Konkurrenten auf der Strecke bleiben. Im Umkehrschluss gilt im Falle einer Niederlage im negativen Sinne das Gleiche.

Keine Höhenflüge „Am Schanzl“

Der FC hat mit 37 Toren hinter dem SVA die zweitmeisten Tore in der Liga geschossen, deren zehn allerdings allein in den letzten zwei Partien gegen Ansbach und in Haibach. Von einer ausgeprägten Heimstärke lässt sich im Falle der Gelb-Schwarzen bei 11:11 Punkten nicht sprechen. Noch düsterer sieht es aus Sicht der Amberger aus, wenn man die Gastspiele der Ligagrößen separat betrachtet. Drei der Topteams machten dem FC bislang im Stadion Am Schanzl ihre Aufwartung und ließen dabei nur einen einzigen Punkt liegen. Das nährt die Hoffnung, dass sich auch die Viktoria, die von ihrer wohlbekannten Auswärtsstärke bislang nur einmal – beim 0:3 in Großbardorf – im Stich gelassen wurde, diesem allgemeinen Trend anschließen kann.

Auf eine derzeit gute Formbeständigkeit können beide Teams aufbauen: der SVA, der aus den letzten vier Partien 10 Punkte einfuhr und bei einem sagenhaften Torverhältnis von 17:0 seit exakt 360 Spielminuten ohne Gegentor ist, aber auch der Rivale aus Amberg, der in dieser  Phase lediglich in Neudrossenfeld (1:4) die Segel streichen musste, aber zuletzt gegen Ansbach (7:0) und in Haibach (3:0) klare Akzente setzen konnte.

Slobodan Komljenovic: „Langer Atem entscheidend“

Slobodan Komljenovic (Trainer)

Komljenovic will auch in Amberg „sein Spiel“ sehen

„Amberg ist im Moment eine der Topmannschaften. Es wird für uns eine sehr schwere Aufgabe. Wir werden aber nicht von unserem Weg abweichen und unser Spiel aufziehen. Dann, denke ich, können wir auch aus der Oberpfalz etwas Zählbares mitnehmen“, blickt SVA-Coach Slobodan Komljenovic zuversichtlich auf das morgige Duell.

Nichts hält der Trainer indes davon, einzelnen Partien eine Schlüsselfunktion zuzuschreiben: „Meister, wird nur, der den längsten Atem hat bzw. sich die wenigsten Patzer erlaubt. So stellen auch die so genannten Spitzenspiele oder – wie aktuell – Spieltage mit vielen Gipfeltreffen nur eine Momentaufnahme dar, sind für den gesamten Saisonverlauf aber wenig aussagekräftig. Ein praktisches Beispiel: Wir haben gegen den damaligen Tabellenführer Jahn Forchheim zu Hause 0:3 verloren, stehen in der Tabelle aber mittlerweile vor ihm.“

Ob Kapitän Simon Schmidt, der nach einem Schlag auf den Arm im Spiel gegen Ammerthal derzeit seinen Ellenbogen nicht bewegen kann, in Amberg zur Verfügung stehen wird, ist fraglich. Youngster Johannes Gerhart hingegen ist nach seinem erfolgreichen Wirken für die bayerische U19-Länderauswahl wieder zur Mannschaft gestoßen.

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