„Wir arbeiten Fußball“ – aber doch nicht an Feiertagen…

Am Donnerstag, 3. Oktober, empfängt die Viktoria Regionalliga-Spitzenreiter 1. FC Schweinfurt 05 zum Pokal-Viertelfinale und will den Schnüdeln zeigen, „wer das Volk ist“

Seit Anfang der Woche bereiten sich die Weiß-Blauen akribisch auf das Pokal-Viertelfinale vor, in dem sie am Donnerstag (14 Uhr) im heimischen Stadion am Schönbusch den aktuellen Tabellenführer der Regionalliga Bayern, den 1. FC Schweinfurt 05, empfangen. Natürlich strebt das Team von Jochen Seitz wie im Vorjahr das Erreichen des Halbfinales an, das nach der Winterpause ausgespielt wird.

„Wir freuen uns, dass wir wieder ins Viertelfinale vorgestoßen sind und wieder einen Topgegner am Schönbusch begrüßen dürfen. Meine Mannschaft ist hoch motiviert. Sie würde die Pokal-Euphorie aus dem Vorjahr natürlich gerne wiederaufleben lassen“, gibt Viktoria-Coach Jochen Seitz die Stimmung vor dem feiertäglichen Pokalfight wieder.

Daniel Cheron trifft im Viertelfinale mit Viktoria Aschaffenburg auf den 1. FC Schweinfurt 05 mit Marco Fritscher (© Moritz Hahn)

Im Rahmen des Achtelfinales des BFV-Toto-Pokals gastierten die Schnüdel vor gut zwei Jahren schon einmal am Schönbusch. Die Viktoria war damals in der Bayernliga auf Meisterkurs, während Schweinfurt als Tabellendritter der Regionalliga Bayern auftrat. Vor damals lediglich 577 Zuschauern lieferten die Schützlinge von Jochen Seitz den Schweinfurtern einen großen Kampf, konnten einen 0:2-Rückstand durch Tore von Cheron und Schnitzer noch egalisieren, um letztlich mit 5:7 nach Elfmeterschießen gegen den späteren Pokalsieger die Segel streichen zu müssen. Am Donnerstag wird die Konstellation eine andere sein, wenn sich die Kontrahenten auf „Ligahöhe“ begegnen, der Tabellenfünfte den Spitzenreiter der Regionalliga Bayern empfängt, der in diesem Jahr den direkten Aufstieg in die 3. Liga anstrebt. Dass sich die Konstellation durch den Aufstieg der Viktoria etwas geändert hat, räumt auch Jochen Seitz ein, gibt aber zu bedenken: „Auch Schweinfurt hat seit damals an Qualität gewonnen und ist zu einem echten Profiteam herangereift. Natürlich ist Schweinfurt Favorit, man ist schließlich nicht umsonst Tabellenführer. Aber wir haben ein Heimspiel und wollen natürlich ins Halbfinale einziehen.“

Mit stabiler Defensive gegen Schweinfurts Ballbesitzfußball

Die letzten beiden Spiele im Willy-Sachs-Stadion verliefen bekanntermaßen sehr unglücklich, dennoch will Jochen Seitz daraus für den anstehenden Heimauftritt keine voreiligen taktischen Schlüsse ziehen: „Personell kann ich sieben, acht offensive Spieler auf dem Spielfeld haben, aber was nützt es mir, wenn die gegnerische Mannschaft einen in die eigene Hälfte zurückdrängt? Da ist es halt so, dass man ein bisschen defensiver stehen muss. Aufgrund seiner individuellen Klasse wird Schweinfurt mehr Ballbesitz haben. Für uns empfiehlt sich eine Kombination aus einer stabilen Defensive, mutigem Umschaltspiel und konsequenter Offensive. Denn eines sollte klar sein: Wir werden keine zehn Topchancen bekommen, sondern allenfalls drei, vier.“

In der Regionalliga Bayern ist die Viktoria bisher siebenmal gegen Schweinfurt angetreten, die Bilanz ist mit zwei Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen vergleichsweise ausgeglichen. Am heimischen Schönbusch stehen ein Sieg, eine Niederlage und im letzten Aufeinandertreffen im Dezember vergangenen Jahres ein 1:1-Unentschieden zu Buche. Marco Fritscher hatte die Schnüdel in Führung gebracht, Clay Verkaj rettete der Viktoria mit seinem Ausgleich kurz vor Spielende einen Punkt.

Jochen Seitz: „Wir brauchen jeden Mann“

Der größere Druck lastet nach Ansicht des Viktoria-Trainers aber eindeutig auf den Schweinfurtern, da für sie aus Gründen der Etatdeckung der Einzug ins Halbfinale nahezu obligat ist. Noch gut in Erinnerung ist die Pokalpleite aus dem Vorjahr, als den Schnüdeln der 3:1-Sieg gegen den Drittligisten Würzburger Kickers im Pokal-Achtelfinale wegen eines Verstoßes gegen die Spielordnung nachträglich am grünen Tisch aberkannt wurde. Das schlug damals hohe Wellen, denn das kuriose Ausscheiden ging einher mit einem Imageschaden und finanziellen Verlusten. In der Folge übernahm der verdiente FC-Coach Gerd Klaus die Verantwortung und trat zurück.

Seine Zuversicht, den Ingolstadt-Bezwinger Schweinfurt ausschalten zu können, begründet Jochen Seitz damit, dass sein Team derzeit „gut drauf“ und mit Ausnahme des verletzten Ugurtan Kizilyar und des leicht angeschlagenen Daniel Cheron fit sei. Änderungen in der Startformation und eventuell auch im Kader seien durchaus vorstellbar. „Wir brauchen im Hinblick auf die enge Spieltaktung aktuell jeden Mann, die körperliche Belastung ist groß, da gilt es vor allem die jungen Spieler nicht zu verheizen.“

…aber wenigstens vier U23-Spieler im Kader sollten es dann schon sein.

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