Hot! Wird die Diva wieder schwach?

Vor dem 35. Spieltag der Regionalliga Bayern befindet sich die Elf von Antonio Abbruzzese auf dem 16. Tabellenplatz, mit einem Pünktchen Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz. Ohne sein Zutun hat sich für das Team vom Schönbusch am Nachhol-Spieltag unter der Woche die Situation sogar etwas verbessert, da die „Verfolger“ die Gunst der Stunde nicht zu nutzen wussten, samt und sonders verloren und auf den Abstiegsplätzen verharrten.

Freilich ist man dadurch nicht der Verpflichtung enthoben, in den noch ausstehenden Partien unbedingt selbst punkten zu müssen, um sich im Kreis der sechs akuten „Bayernliga-Aspiranten“ zumindest das Revisionsverfahren (Relegation) zu sichern. Mit den Niederlagen gegen das Schlusslicht VfL Frohnlach und jüngst in Bamberg hat man eben jene sechs Punkte eingebüßt, die in der Endabrechnung die Spreu vom Weizen trennen könnten. Zwar scheinen die Domstädter auf Rang 14, der definitiv den Verbleib in der Klasse sichert, mit vier Punkten vor bei einem mehr ausgetragenen Spiel noch in Reichweite zu sein, doch entspricht dies mehr der trügerischen Nähe einer Fata Morgana. Denn das Restprogramm der Weiß-Blauen hat zweifellos einen gewissen Wüsten-Charakter: sengende Auswärts-Sonne und nur noch eine Heim-Oase. Ausgerechnet bei der Reserve der Münchner Bayern am Sonntag, 5. Mai, um 14.30 Uhr im Sportpark Heimstetten seine Kamele tränken zu wollen, hat da schon etwas Wahnwitziges, denn weder Gegner noch Zeitpunkt geben Anlass, all zu große Hoffnungen zu nähren. Als derzeit Drittplatzierter hat die Truppe von Mehmet Scholl noch schüchterne Ambitionen auf den „guten“ Relegationsplatz. Um das Unmögliche wahr zu machen, müsste allerdings in den restlichen vier Partien ein 7-Punkte-Rückstand auf die Münchner Löwen wettgemacht werden. Hervorgehoben werden sollte jedoch auch, dass die Münchner ein wirklich von der Papierform her federleichtes Restprogramm haben.

Angesichts des derzeitigen sportlichen Höhenfluges des Heynckes-Teams ist davon auszugehen, dass auch die Erwartungshaltung an die U23 der Bayern deutlich gestiegen ist. Zu oft in dieser Saison war das Regionalliga-Aushängeschild allerdings sportlich nicht auf der Höhe und hat wichtige Punkte im Aufstiegsrennen liegen lassen. Im Heimstettener Sportpark, wo man seine Heimspiele auszutragen pflegte, konnten neben Erzfeind 1860 München auch der VfL Frohnlach (auswärtsschwächstes Team der Liga!) und jüngst 1860 Rosenheim alle drei Zähler mitnehmen. Auch die sonst nicht eben wählerischen Kickers aus Würzburg und der SC Eltersdorf ließen Scholl & Co. anlässlich ihres Hausbesuchs abblitzen. Überhaupt konnten die Bayern die Konkurrenz wenn, dann nur knapp distanzieren. (Un)rühmliche Ausnahme: Einen Kantersieg mit Unikatwert landete das Team von Mehmet Scholl am 7. Oktober 2012 mit dem 5:0 am Schönbusch ausgerechnet gegen unsere weiß-blaue Diva, die als Einzige in der ganzen Liga vor der Popularität des Beaus von der Isar demutsvoll in die Knie ging und zum braven Hausmütterchen mutierte. Diese wundersame Wandlung ist unvergessen gerade bei den hartnäckigsten Liebhabern unserer Diva – gemeinhin Fans genannt –, die, anders als der Großteil der damals gut 4.000 Köpfe zählenden Zuschauerkulisse, sich die Launen dieser Dame das ganze Jahr über geben. Im Herbst ihrer Saison sollte die sichtlich angeknitterte Diva nicht noch einmal schwach werden und mit dem Desaster flirten. Die leere Pensionskasse und das ramponierte sportliche Renommee werden’s ihr danken. Vom Ehrgefühl ganz zu schweigen, aber darauf pfeifen Diven ja grundsätzlich…

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