Wird Forchheim das nächste „Serienopfer“?

Viktoria in doppelter Mission: Meisterschaftskurs halten und  die schmerzliche 0:3-Hinspiel-Niederlage vergessen machen

Nach dem 4:0-Heimsieg der Viktoria über den TSV Neudrossenfeld am vergangenen Wochenende blieb das erhoffte Straucheln des schärfsten Rivalen FC Amberg im Sonntagsspiel in Regensburg aus, so dass sich der Vorsprung des SVA weiterhin auf zwei Punkte beläuft. Der 30. Spieltag sorgt nun bei den beiden verbliebenen Konkurrenten um die Meisterschaft in der Bayernliga Nord für umgekehrte Strömungsverhältnisse. Während der FC im Heimspiel gegen das Kellerkind SV Memmelsdorf den Wind im Rücken hat, bläst der Viktoria bei ihrem Gastspiel beim Tabellenvierten Jahn Forchheim (Samstag, 15 Uhr) eine stramme Brise entgegen.

Björn Schnitzer soll mit seiner Schneligkeit für die nötigen Offensivaktionen gegen Forchheim sorgen (© Moritz Hahn)

Björn Schnitzer soll mit seiner Schneligkeit für die nötigen Offensivaktionen gegen Forchheim sorgen (© Moritz Hahn)

Gegen diese wollen sich die Weiß-Blauen mit aller Kraft stemmen, um die Tabellenführung zu behaupten. Die Oberfranken waren jene Mannschaft, die vom 1. bis zum  15. Spieltag dieser Saison ununterbrochen  Tabellenführer der Bayernliga Nord waren, ehe sich ein kleiner Leistungsknick einstellte mit der Folge, dass man zwischenzeitlich auf den vierten Platz abrutschte. Da aus wirtschaftlichen und strukturellen Gründen zum wiederholten Male darauf verzichtet wurde, eine Lizenz für die Regionalliga zu beantragen, hat es für das Team keine ernsten Konsequenzen, sollte es in dieser Bayernliga-Saison am Ende nicht die allererste Geige spielen.

Denkwürdiges Hinspiel

Die Stippvisite in der Fränkischen Schweiz birgt aus Sicht der Weiß-Blauen neben der Relevanz im Meisterschaftskampf auch noch zusätzliche Brisanz. Noch gut im Gedächtnis sein dürfte der Viktoria der 13. Spieltag, als der Jahn als Tabellenführer am Schönbusch aufkreuzte und dort mit 3:0 triumphierte, unter Umständen, die im Nachklang hitzig diskutiert wurden. Es war dies die einzige Heimniederlage, die die Komljenovic-Elf in ihrer Eigenschaft als heimstärkstes Team der Liga im bisherigen Saisonverlauf hinnehmen musste.

Die Viktoria, die zudem seit der 0:3-Niederlage beim FC Amberg am 25. Oktober letzten Jahres in fünf Spielen bei 10:1 Punkten auswärts nicht mehr verloren hat, könnte mit einem Sieg in Forchheim einen großen Schritt Richtung Meisterschaft machen. Gegen ein Spitzenteam in der Fremde dreifach punkten konnte die Komljenovic-Elf allerdings bisher nur ein einziges Mal: beim 2:1 in Regensburg. Da man zudem in der entscheidenden Endphase den Atem des Verfolgers im Nacken spürt, lässt sich der siebente Streich gegen den Jahn nicht mal so im Vorübergehen mit der Fliegenpatsche erledigen. Seit seiner Eingruppierung in die Bayernliga Nord im Zuge der Spielklassenreform 2012 hat das Team um Coach Michael Hutzler immer im Orchester der Großen mitgespielt. In der Saison 2012/13 errang man die Vizemeisterschaft, im Vorjahr landete man auf dem dritten Platz und auch in dieser Saison ist den Oberfranken ein Platz in der Spitzengruppe schon fast gewiss. Wie weit der Ehrgeiz der Oberfranken angestachelt ist, sich im Endklassement sogar noch um ein oder Plätze zu verbessern, das wird sich am Samstag im Jahn-Park Forchheim zeigen.

Komljenovic: „Nur noch schwere Spiele“

Von der Differenzierung in leichte und schwere Spiele will Viktoria-Trainer Slobodan Komljenovic gerade jetzt in der Endphase der Meisterschaft nichts wissen: „Jedes der noch ausstehenden sechs Spiele ist schwer, weil sowohl der FC Amberg als auch wir uns bei der Absolvierung des Restprogramms keine Blöße mehr geben wollen. Vor diesem Hintergrund sind solche Erwägungen wie jene, dass wir an diesem Samstag mit Forchheim den von der Papierform her weitaus schwereren Gegner haben, sekundär.“ Dennoch hat er zu der Hutzler-Truppe eine dezidierte Meinung: „Dass Forchheim eine spielstarke Mannschaft hat, wird wohl niemand bestreiten, nicht von ungefähr haben wir gegen den Jahn unsere bisher einzige Heimniederlage kassiert. Ohne den Einbruch zu Beginn der zweiten Saisonhälfte wäre Forchheim heute ein Topfavorit für den Meistertitel.“

Gerade am Beispiel Jahn Forchheim lässt sich die von Slobodan Komljenovic propagierte Bedeutung des Faktors Leistungskonstanz sehr gut ablesen, die seine Schützlinge im Saisonverlauf bisher sehr gut umsetzen. Folge: Angetrieben durch einen langen Atem konnte der SVA die Konkurrenz letztlich überflügeln. Eine Viktoria in Bestbesetzung wird am Samstag im Jahnstadion zu Forchheim das Unternehmen angehen, mit dem siebten Sieg in Serie einen neuerlichen Vorstoß  des Kontrahenten Amberg zum Wachwechsel an der Tabellenspitze abzuschmettern und einen weiteren großen Schritt in Richtung Meisterschaft zu tun.

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