Hot! Wirksames Rezept: Mit Kampf und Sprung gegen den Abstieg

Die Heimpremiere des SVA geriet vor 350 Zuschauern im Stadion am Schönbusch nicht gerade zu einer Fußballdemonstration, aber das Dreßel-Team zeigte über die 90 Minuten gesehen mehr Biss und ging darum verdientermaßen als 1:0-Sieger vom Platz. Das goldene Tor erzielte Stürmer Peter Sprung bereits in der 11. Minute, dessen Wichtigkeit für ein geordnetes Offensivspiel der Gastgeber erst nach seinem verletzungsbedingten Ausscheiden (Prellung) in der 45. Minute so richtig deutlich wurde.

Beide Teams präsentierten sich in der Anfangsphase mit allerlei technischen Defiziten im Spielaufbau, die lange Pause im  Spielbetrieb merkte man den Mannschaften deutlich an. Ungeachtet dessen fiel das Führungstor für die Viktoria, bei der es in punkto kämpferische Einstellung nichts zu bemängeln gab, bereits in der 11. Minute, als sich Fiordellisi auf rechts sehr schön durchtankte, nach links auf Bachmann querlegte, der aus spitzem Winkel abzog. SC-Torwart Lang konnte zwar parieren, aber Peter Sprung stand goldrichtig und drückte das Leder mit der Brust über die Linie. Dies war der Beginn einer kleinen Angriffswelle des Dreßel-Teams, die ihre Fortsetzung bereits eine Minute später fand, als wiederum Fiordellisi nach Balleroberung von Cheron knapp am langen Pfosten vorbeischoss. In der 25. dann Giulio zum Dritten, nach kapitalem Missverständnis der Eltersdorfer im Spielaufbau. Urplötzlich auf zentraler Position im Ballbesitz, zog er geistesgegenwärtig aus circa 20 Metern sofort ab und zwang Torwart Mathias Lang, der den Ball so gerade eben mit den Fingerspitzen aus dem Winkel fischte, zu einer Glanzparade. In der 30. Minute war dann sein Gegenpart Maximilian Hinterkopf zur Stelle, als bei einem der wenigen gefährlichen Offensivaktionen des Gastes ein  Eltersdorfer die ansonsten recht stabil wirkende Aschaffenburger Hintermannschaft düpierte und die Lücke zum Schuss fand. Kurz vor der Pause dann der erwähnte Wechsel: Christian Breunig kam für den angeschlagenen Peter Sprung.

Nach Wiederanpfiff gingen die Eltersdorfer zunächst mit etwas mehr Elan zu Werke, wozu sie die Pausenansprache von Dieter Lieberwirth motiviert haben mag. Zwei Chancen sprangen dabei heraus, die eine von Maximilian Hinterkopf zunichte gemacht, bei der zweiten stiftete ein Eckball heillose Verwirrung im SVA-Strafraum, die der SCE glücklicherweise nicht zu nutzen wusste. Die Weiß-Blauen zogen sich in der zweiten Halbzeit sehr weit zurück, unnötigerweise, da die Lieberwirth-Truppe trotz der dann zwangsläufigen optischen Überlegenheit kaum nennenswerten Druck auszuüben vermochte. Anfangs zumindest gelang es der Viktoria einige Konter zu fahren, bei denen es fahrlässig versäumt wurde, die Führung auszubauen. Nach einem genialen Pass des für den agilen Hörst eingewechselten Fiorentini verstolperte Sturm-Alleinunterhalter Fiordellisi in aussichtsreicher Position (61.). Eine Minute später eine ganz ähnliche Situation, als sich Giulio nach Pass von Breunig in der gegnerischen Abwehr festrannte, anstatt den besser postierten Mitspieler zu bedienen. Und so stellte sich ein, was am Schönbusch der meistdiagnostizierte neurophysiologische Zustand ist: „das große Zittern“. Bei einem Kopfball nach einem Freistoß des Gastes strich der Ball um Zentimeter am Gehäuse von Hinterkopf vorbei (69.) und in der 80. Minute „klingelte“ es gar nach einer Ecke, zur allgemeinen Erleichterung nur Probealarm wegen vorangegangenen Foulspiels. Da wollten die Weiß-Blauen nicht zurückstehen, noch einmal für Herzkammerflimmern bei den eigenen Fans zu sorgen: In einer ganz ähnlichen Situation wie zuvor entschied sich Giulio diesmal für einen Querpass auf den besser postierten Bachmann, der allerdings diese Selbstlosigkeit mit einem saftlosen Abschluss schlecht zu würdigen wusste. Nachdem auch der fehlerlose Hinterkopf noch einmal sein ganzes Können aufbieten musste (85.), war die Messe endlich gelesen und der immens wichtige Dreier unter Dach und Fach.

Freilich lag, wie Trainer Werner Dreßel in der anschließenden Pressekonferenz eingestand, spielerisch noch einiges im Argen, aber als Lebenszeichen und Motivation gleichermaßen im Abstiegskampf ist dieser Auftakterfolg nicht hoch genug zu bewerten.

Aschaffenburg: Maximilian Hinterkopf – Fnan Tewelde, Christoph Kaesler, Markus Brüdigam, Philipp Hörst (63. Marcello Fiorentini) – Mario Sternheimer, Daniel Cheron, Simon Schmidt (C), Steffen Bachmann – Giulio Fiordellisi, Peter Sprung (45. Christian Breunig / 84. Michael Ulbricht)
Eltersdorf: Mathias Lang − Dennis Weiler, Marco Janz, Oliver Seybold (73. Vignon Amegan), Felix Günther, Michael Jonczy (76. Hakim Graine), Thomas Dotterweich (C), Shqipran Skeraj, Tom Abadjiew (63. Tobias Herzner), Rico Röder, Michael Mirschberger

Tore: 1:0 Peter Sprung (11.)
Zuschauer: 350
Gelbe Karten: Fnan Tewelde (2. Gelbe Karte), Mario Sternheimer (2. Gelbe Karte) / Thomas Dotterweich 81. Gelbe Karte), Rico Röder (4. Gelbe Karte), Marco Janz (7. Gelbe Karte)

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