Hot! Vor den Talentsichtungstagen der Viktoria besser eine Mütze Schlaf nehmen…

Jugendkoordinator Michael Zeitler erläutert sein Konzept eines vielschichtigen Anforderungsprofils an junge Talente

„Non scholae, sed vitae discimus” – nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir –, was jeder Pennäler im Lateinunterricht als Erstes zur Kenntnis nehmen musste, darf getrost auch den am 13. April abgehaltenen Talentsichtungstagen (Jahrgänge 2006 bis 2008) der Viktoria als Motto vorangestellt werden. In einem vorab geführten Interview räumt Jugendkoordinator und Leiter des Viktoria-Nachwuchsleistungszentrums Michael Zeitler auf mit „infantilen Modelträumen“ junger Kicker und streicht heraus, worauf es neben dem unverzichtbaren Talent hauptsächlich ankommt: die Bereitschaft zu harter Arbeit und Selbstdisziplin an Leib und Seele. Was im Übrigen allen gängigen Vorurteilen zum Trotz bei der Arbeit auf dem Laufsteg nicht viel anders ist…

 

Hallo Michael, die Talentsichtungstage stehen wieder an. Warum handhabt ihr das seit 2013 in dieser Form?

Michael Zeitler im Interview

Michael Zeitler im Interview

Michael Zeitler: „Eigentlich ist das simpel. Zum einen: Es ist weit effizienter, übersichtlicher und für jeden einzelnen Spieler fairer, wenn wir an einem Tag einen Jahrgang in einer Gruppe gemeinsam anschauen. Für uns ist Objektivität ganz wichtig. Daher haben wir auch ein ganz präzises Bewertungsschema, mit dem jeder absolut gleich bewertet werden kann. Zum anderen: Unser Nachwuchs ist unsere Zukunft! Generell ist die Jugend Zukunft. Das gilt ja für alle Bereiche unseres Lebens. Daher sehen wir es als unsere soziale Verantwortung an, sportlich ambitionierte Kinder und Jugendliche zu fördern und zu unterstützen.“

Was versteht die Jugendabteilung unter „sportlich ambitionierten Kindern“?

„Nun, Kinder die aus Eigenmotivation richtig Lust am Sport und am Fußballspielen haben. Wir möchten Spieler, die eine positive Einstellung und eine hohe Leistungsbereitschaft zum Fußballspielen und zum Sporttreiben allgemein haben. Spieler, für die Teamgeist kein Fremdwort, sondern eine Selbstverständlichkeit ist. Ebenso erwarten wir generell ein freundliches Auftreten auf und außerhalb des Spielfeldes.“

Was noch?

„Natürlich erleben wir auch, daß viele Jungs schon mit dem Traum zu uns kommen, „Fußballprofi“ zu werden. Logisch, dass der eine oder andere exemplarisch an Spieler wie Daniel Baier (FC Augsburg), Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg), Ivo Ilicevic (HSV) oder Muhammed Kayaroglu (SpVgg. Greuther Fürth) denkt. Das sind nun einmal gute Beispiele. Alle haben bei der Viktoria den Grundstein zu ihren späteren Karrieren gelegt. Jedem muss aber klar sein, dass man bereit sein muss, dafür auch mehr als andere zu tun. Sei es das penible Einhalten von Verhaltensregeln wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sauberkeit. Oder natürlich auch eine aufmerksame Körperpflege. Dass damit nicht das regelmäßige Duschen gemeint ist, ist jedem klar. Genügend Schlaf, bewusste und gute Ernährung … das alles gehört auch dazu. Außerdem haben wir gehört, dass das alles Eigenschaften sind, die … das gesamte Leben – ob in der Schule, oder später im Beruf – zumindest nicht erschweren (lacht).“

Kann man denn bei einem z. B. U9-Spieler schon erkennen, ob er es einmal „schafft“?

„Nein, natürlich nicht. Das ist völliger Unfug. Man kann erkennen, ob ein Sieben- oder Achtjähriger Talent für diese Sportart hat. Das war es aber auch. Was der Einzelne dann im Laufe der Jahre mit diesem Talent anfängt, wie die physische und mentale Entwicklung verläuft – das kann niemand voraussagen. Klar, Eltern möchten auf die Leistungen ihres Kindes stolz sein. Aber nicht aus jedem Bambino muss ein Messi oder Ronaldo werden. Wichtig ist, dass die Jungs mit Spaß und Freude das Fußballspielen erlernen wollen. Wie sich das dann irgendwann entwickelt – wird man sehen. Und … Fußball ist und bleibt ein Mannschaftssport, der auch die Anerkennung der Leistung des Anderen erfordert. Ja, vielleicht sogar einfordert.“

Wie ist jetzt der genaue Fahrplan?

„Am 13.04.2016 werden wir die Talentsichtungstage für die Jahrgänge 2008, 2007 und 2006 durchführen. Ganz wichtig: Vorher anmelden (unter: http://sva01.de/junioren/nlz/talentsichtung/anmeldung/).

Nicht angemeldete Spieler können wir, schon rein aus organisatorischen Gründen, wirklich nicht berücksichtigen. Und es genügt, wenn man einmal das Formular ausfüllt.

Alle anderen Jahrgänge, also 2005 bis 1998, können sich ebenfalls hier anmelden. Diese Spieler laden wir im Laufe des April dann zu einem Probetraining unserer aktuellen, jeweiligen Jahrgänge ein. Hier muss sich auch niemand Gedanken machen – die Einladung kommt! Wir müssen das nur überall mit den einzelnen Trainern abstimmen, wann, wer und insgesamt wie viele Jungs dann zu einem Termin eingeladen werden. Das muss ja auch alles in die Mannschafts-Trainingspläne passen, damit jeder einzelne Probespieler dann auch wirklich fair und objektiv bewertet werden kann.“

Hast Du sonst noch etwas auf dem Herzen?

(lacht) „Viel! Aber … das würde den Rahmen sprengen. Im Mittelpunkt steht für uns immer das Wohl der Kinder. Insofern … an die Jahrgänge 2008, 2007 und 2006 … anmelden! Für diese Jahrgänge können wir allerdings nur Anmeldungen bis 09.04.2016 noch berücksichtigen. Ansonsten bekämen wir das auch mit den Einladungen – mit allen weiteren Infos – nicht mehr hin.“

Wir freuen uns auf die Jungs!

Danke Dir, Michael. Viel Erfolg! Und vielleicht beginnt ja schon mit dem 13.04. eine Karriere, die wir dann in den nächsten fünf oder zehn Jahren im Fernsehen wieder sehen.

Schreibe einen Kommentar

*

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *