Viktoria zuverlässig wie ein Sachs-Motor

Beim 3:0 gegen die harmlose Schweinfurter Reserve musste die Viktoria nicht an die eigenen (Reserven) gehen…

Die Viktoria hat sich im Willy-Sachs-Stadion souverän mit 3:0 durchgesetzt und bleibt nach dem sechsten Sieg in Folge das Maß aller Dinge in der Bayernliga Nord. Die Seitz-Elf war den Gast gebenden Grün-Weißen in allen Belangen überlegen und siegte durch drei schön herausgespielte Tore von Schnitzer, Breunig und Toch auch in der Höhe verdient.

Viktoria Aschaffenburg bejubelt in Schweinfurt den sechsten Sieg in Serie (Archiv, © Moritz Hahn)

Anfangs war deutlich zu sehen, was der FC-Coach seinen Mannen für das Spiel gegen den Favoriten mitgegeben hatte. Mit aggressivem Gegenpressing nach Ballverlust wollte man den Spielaufbau der Weiß-Blauen stören. Der Plan wurde allerdings schon früh durchkreuzt. Christian Breunig hatte bereits in der 11. Minute nach einem katastrophalen Fehlpass in der FC-Abwehr die Chance zur Führung, doch strich sein Flachschuss knapp am linken Pfosten vorbei. Kurze Zeit später fiel im Anschluss an einen sehenswerten Spielzug das 1:0 für die Viktoria. Ausgangspunkt war Clay Verkaj, der mit einem Sahnepass Daniele Toch auf dem linken Flügel schickte. Dessen punktgenaue scharfe Hereingabe grätschte Björn Schnitzer in die Maschen – einmal mehr der Beweis dafür, dass sich Daniele und Björn nach langer, wilder Sportler-Ehe nahezu blind verstehen. Die Gastgeber wirkten hier erstmals von Spielverständnis und Auffassungsgabe her überfordert – es sollte nicht das letzte Mal sein. In der Folge spielte sich viel im Mittelfeld ab, die Viktoria machte hinten geschickt die Räume eng, mit der Folge, dass die Schweinfurter um den gegnerischen Strafraum herumschlichen wie um den heißen Brei und nicht selten zu Rückpässen Zuflucht nahmen. Wenn es dann mal zur Konfrontation kam, behielt die Viktoria-Abwehr in Zweikämpfen so gut wie immer die Oberhand. Offensiv sprangen vor der Pause noch zwei Freistöße für die Viktoria heraus, die Björn Schnitzer entgegen sonstigen Gepflogenheiten in die Schweinfurter Mauer setzte.

Schweinfurter Parcours großzügig abgesteckt

Breunig erzielte in Schweinfurt seinen 10. Treffer und steuerte einen Assist bei

Nach neun Minuten in Halbzeit zwei taten die Viktoria-Kicker dann das, was ihnen Coach Jochen Seitz in der Halbzeit wärmstens ans Herz gelegt haben dürfte: das Spiel möglichst schnell in trockene Tücher zu bringen. Nach einer Balleroberung vor dem eigenen 16er schlängelten sich Toch und Schnitzer mittels diagonalen Doppelpässen über die von einem halben Dutzend Schweinfurter Slalomstangen markierte Streckenführung und zur Krönung durfte der im Zentrum völlig allein gelassene Christian Breunig Schnitzers Hereingabe von rechts zum 2:0 einschieben. „Bestzeit und kein einziges Mal eingefädelt“ kann man da nur anerkennend sagen, wenngleich es sicherlich anspruchsvollere Parcours gibt als den Schweinfurter an diesem Tage. Daniele Toch war es in der 74. Minute vergönnt, in einer einseitigen Partie für den Schlusspunkt zum 3:0 zu sorgen. Eine Flanke von Daniel Cheron nahm Sturmtank Christian Breunig in technisch sehenswerter Manier herunter und legte für Daniele Toch auf, der das Leder in die Maschen drosch. Breunig hatte noch eine weitere Möglichkeit, doch scheiterte er mit einer platzierten Abnahme am reaktionsschnellen Keeper. Der Ex-Haibacher war an diesem Tag gut aufgelegt und wurde zu Recht bei seiner Auswechslung in der 78. Spielminute von den Fans mit Sprechchören verabschiedet.

Die Viktoria hat sich mit diesem vergleichsweise locker herausgespielten Erfolg einstweilen zwei Punkte Vorsprung auf Eltersdorf und sogar deren vier auf den Würzburger FV verschafft. Vor dem abschließenden Heimspiel gegen den FSV Erlangen-Bruck am kommenden Samstag (14 Uhr) hat man somit die besten Karten in der Frage, wer als Tabellenführer der Bayernliga Nord ins neue Jahr geht.

22. Spieltag am Sontag, 19. November 2017, um 14:00 Uhr

1. FC Schweinfurt 05 II – Viktoria Aschaffenburg 0:3 (0:1)

Schweinfurt: David Paulus – Jannik Feidel (63. Marcel Behr), Marcel Ruft, Markus Thomann, Marius Heinze, Steffen Schmidt (46. Christopher Lehmann), Marcel Volkmuth, Moritz Renninger (72. Patrick Albert), Marco Fritscher, Marco Janz, Vincent Waigand (Trainer: Berthold Göbel) Aschaffenburg: Ricardo Döbert – Daniel Cheron, Fabian Galm, Simon Schmidt, Hamza Boutakhrit (83. Philipp Topic) – Kevin Wittke, Clay Verkaj (77. Marco Wadel) – Daniele Toch, Björn Schnitzer, Philipp Beinenz – Christian Breunig (79. Gökhan Aydin) (Trainer: Jochen Seitz) Tore: 0:1 Björn Schnitzer (9., Daniele Toch), 0:2 Christian Breunig (54., Björn Schnitzer), 0:3 Daniele Toch (75., Christian Breunig) Gelbe Karten: Markus Thomann (35.), Marcel Volkmuth (76.) / keine Schiedsrichter: Markus Hertlein – Thomas Gscheidl, Peter Frank Zuschauer: 150 (Willy Sachs Stadion, Platz 2)

Schreibe einen Kommentar

*

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *