Stadion am Schönbusch

Viktorias Heimstätte – Stadion am Schönbusch ist längst zur Legende geworden

Das 1909 errichtete Stadion am Schönbusch ist die Heimat des Traditionsvereins SV Viktoria 01 e.V. Aschaffenburg. Das an der geschichtsträchtigen Allee zum Landschaftsgarten Schönbusch gelegene Areal atmet als eines der ältesten Fußballstadien Deutschlands mittlerweile selbst schon Historie, als einzige Konstante in der wechselvollen Vereinsgeschichte der Viktoria mit all ihren sportlichen Höhen und Tiefen.

Das schließt nicht aus, dass im Wandel der Zeiten auch das Schönbusch-Stadion des Öfteren einem „Facelifting“ unterzogen wurde, spiegelte es doch in seinem Erscheinungsbild immer gleichzeitig die Entwicklung und den sportlichen Stellenwert seines „Hausherrn“ wieder. So hatte das Stadion zu den glorreichen Oberliga-Süd-Zeiten in den 50er Jahren schon fünfstellige Besucherzahlen zu verdauen, freilich unter ungleich primitiveren Bedingungen als heutzutage. Mit fortschreitender Zeit sollten zwei Parameter das Gesicht des Stadions am Schönbusch nachhaltig prägen: zum einen die erhöhten Sicherheitsstandards, zum anderen das zunehmende Komfortbedürfnis der Zuschauer. Beides wirkte sich zunächst einmal raumgreifend aus, d.h. konnte nur auf Kosten von Abstrichen in der Kapazität umgesetzt werden.

Kapazität-erweiternde Maßnahmen wie nach dem Zweitligaaufstieg des SVA 1985 konzentrierten sich denn auch auf eine Erweiterung des Sitzplatzangebotes von 650 auf 1.200 durch den Bau einer zweiten Tribüne: zum einen aus dem genannten Komfortbedürfnis heraus, zum anderen aber auch aus wirtschaftlichen Gründen. Dieses „Relikt“ aus dem Profifußball versieht heute als Tortribüne nach wie vor seinen Dienst.

Eine, wenn nicht die einschneidende Veränderung stellte im Jahre 1990 auf Initiative des Mäzens Alois Ammerschläger der Komplettumbau des Schönbuschstadions dar, einhergehend mit einer 90-Grad-Drehung des Spielfeldes, einer Neuordnung der Stehränge und einer zusätzlichen Tribüne auf der Gegengerade. Auch eine Flutlichtanlage war eingeplant. Allein die Neuausrichtung des Spielfeldes mit den internationalen Maßen 105 x 70 Meter verschlang 1,5 Millionen Mark. Nach der ersten Bauphase geriet die Realisierung des Projektes schon bald ins Stocken, nachdem der sportliche Stern der Viktoria sank und mit dem zeitweiligen Abstieg in die Landesliga seinen Tiefpunkt fand. Das nach Zweitliga-Standards konzipierte Stadion am Schönbusch fristete lange Jahre das triste Dasein einer Baustelle, in der sich einige wenige Fans vor hohen Sicherheitszäunen optisch und akustisch verloren. Erschwerend wirkte sich aus, dass sich auch die Stadt Aschaffenburg – die mittlerweile durch eine Schenkung Ammerschlägers Eigentümerin des Stadions geworden war -, angesichts der sportlichen Situation nicht mehr länger an die im Vorfeld getätigten Zusagen gebunden sah, die Errichtung einer Haupttribüne sowie eine Flutlichtanlage zu finanzieren.

So dauerte es bis 1999, ehe die Verantwortlichen der Viktoria mit Unterstützung eines Sponsors ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen konnten und die lange als schmerzlich empfundene Brache an der Kleinen Schönbuschallee durch eine Stahlrohrtribüne mit 1.100 Sitzplätzen schlossen. Somit waren bei einem Fassungsvermögen von insgesamt 8.000 Zuschauern 1.900 überdachte Sitzplätze geschaffen worden. Endlich konnte man im Zusammenhang mit dem Schönbuschstadion wieder von einer „Arena“ reden, die zumindest von den architektonischen Gegebenheiten her die Voraussetzung für Fußball-Atmosphäre schafft. Es liegt von nun an im sportlichen Verantwortungsbereich, jetzt nachzuziehen und dafür zu sorgen, dass dieses schlummernde „Hexenkessel-Potential“ eines nicht allzu fernen Tages voll ausgeschöpft werden kann. Der Aufstieg in die Regionalliga Bayern war diesbezüglich der erste Schritt in die richtige Richtung. Die sicherheitstechnischen Auflagen für solche „Großkampftage“ wurden im Juli 2012 dank einer Investition seitens der Stadt erfüllt: Mit Hilfe von drei Sicherheitszäunen wurde der Stadionbereich in drei Blöcke gegliedert, wobei die Kassen an der Schönbuschallee und der Darmstädter Straße als Schleusen fungieren sollen.