Zumindest offiziell ist das Saisonziel einmal mehr ausschließlich der Klassenerhalt /Pokalknüller gegen Hertha BSC am 11. August

Eine der großen Überraschungen der letzten Saison war der VfB Eichstätt. Einzig mit dem Saisonziel Klassenerhalt angetreten, errang das Team von Coach Markus Mattes in seiner erst zweiten Regionalligasaison die Vizemeisterschaft hinter Meister und Aufsteiger FC Bayern München II. Lange machte man den kleinen Bayern sogar die Meisterschaft streitig, hatte am Ende aber dem Schlussspurt der Elf von Holger Seitz nichts Gleichwertiges mehr entgegenzusetzen.

Bereits nach dem 30. Spieltag stand indes fest, dass der VfB Eichstätt von den hoch gehandelten Schweinfurtern nicht mehr eingeholt werden konnte und damit frühzeitig als bayerischer Amateurmeister feststand. Der BFV führte in seinem Gratulationsschreiben aus: „Der Eichstätter Erfolg unterstreicht einmal mehr die Besonderheit der Regionalliga Bayern und zeigt, dass auch vermeintlich kleineren Klubs gegen ambitionierte Amateurvereine und Zweitvertretungen der Profiklubs der große Coup gelingen kann. Genau diese Geschichten zeichnen den Amateurfußball aus.”

3. Spieltag. Viktoria Aschaffenburg empfängt den VfB Eichstätt. Der Bayerische Amateurmeister ist mit einem 7:0-Sieg gegen Schalding-Heining i die Saison gestartet und hat direkt eine Botschaft an die Konkurrenz abgesendet…

Als bayerischer Amateurmeister kam auch der VfB Eichstätt in die Lostrommel für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. Die Glücksfee meinte es gut mit den Grün-Weißen und bescherte ihnen für den 11. August den Bundesligisten Hertha BSC als Gegner. VfB-Vorstand Thomas Hein kommentierte nach der Auslosung: Hertha ist für uns ein absolutes Traumlos. Bei uns gab es zwei Fraktionen im Verein. Die erste hat sich ein leichtes Los in Runde eins gewünscht und erst dann den Kracher. Die zweite hat von einem Hammer-Duell zum Start geträumt – und den Wunsch erfüllt bekommen. Dieses Los wird uns das Stadion füllen, darum werden wir jetzt mit Vereinen aus der Umgebung sprechen – und für das Spiel in ein größeres Stadion umziehen.”

Co-Trainer Michael Panknin: Erfolg der Vorsaison „einmalige Geschichte“

Das zweite Heimspiel der Saison findet am 23. Juli statt.

Der frühere VfB-Aktive Michael Panknin ist nach einer Saison beim Bezirksligisten FC Ehekirchen wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt, wo er in dieser Saison als Assistenzcoach an der Seite von Markus Mattes tätig ist. Eine der ersten Amtshandlungen des 30-Jährigen war es, in einem Interview den Coup der Vorsaison richtig einzuordnen, um keine überhöhten Erwartungen ins Kraut schießen zu lassen: „Ich denke schon, dass jeder sehr gut einschätzen kann, was da in der abgelaufenen Saison passiert ist und dass das letztlich eine einmalige Geschichte war. Man darf natürlich auch nicht vergessen, dass es im Kader einen großen Umbruch gab und uns einige Leistungsträger verlassen haben. Dementsprechend wird sich in diesem Bereich sicherlich auch noch etwas tun. Klar wollen wir auch in dieser Spielzeit wieder eine gute Rolle spielen und uns in der Liga etablieren. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass ein ähnlicher Erfolg wie zuletzt von uns erwartet wird. Das wäre auch nicht realistisch.“ Dieselben Töne schlägt auch Chefcoach Markus Mattes an, der als Ziel den Klassenerhalt angibt, seinem Team aber andererseits durchaus einen einstelligen Tabellenplatz zutraut.

Eberle zum Saisonauftakt gleich mit Viererpack

Die Zurückhaltung in den Prognosen ist nicht zuletzt darin begründet, dass die Abgänge Thomas Haas und Michael Zant (beide Türkgücü München), Marcel Schelle (VfB Lübeck) und Markus Steinhöfer (Karriereende) einen empfindlichen Einschnitt ins Mannschaftsgefüge darstellen, der bis jetzt noch nicht hinreichend kompensiert werden konnte. Immerhin schnürt Goalgetter Fabian Eberle (vergangene Saison mit 18 Toren zweitbester Torschütze der Liga) weiterhin die Kickschuhe für den VfB. Die Torfabrik aus dem Altmühltal feuerte am vergangenen Samstag beim Saisonstart gegen Schalding-Heining schon wieder aus allen Rohren und steuerte vier Treffer zum klotzigen 7:0-Heimsieg bei.

Trotz des Kantersiegs stellt Mattes im Hinblick auf die erst am 31. August ablaufende Wechselfrist klar, dass gerade in der Offensive noch Handlungsbedarf bestehe. Mit dem Kolumbianer Klinsman Alejandro Calderon – Künstlername „Klinsman“ – stand man in Verhandlungen, doch scheiterte die Verpflichtung von „Klinsi“ am fehlenden Visum. Es liege nicht im Interesse des Vereins, den Kader in der Breite aufzufüllen, sondern man sei nur an „klaren Verstärkungen“ interessiert, so Mattes im Hinblick auf etwaige noch zu tätigende Verpflichtungen. Der Verein will offensichtlich weiter an dem Kurs festhalten, der ihn unter dem Motto „Klein, aber fein“ auf den Gipfel des bayerischen Amateurfußballs hinauf katapultiert hat.