
Unser Kapitän Benjamin Baier hat in der vergangenen Woche seinen Vertrag am Schönbusch ligaunabhängig verlängert.
Wir haben mit dem 37 Jahre alten Führungsspieler über die aktuell nervenaufreibende Situation gesprochen und darüber, wie er mit seiner Erfahrung positiv Einfluss auf die Mannschaft nehmen kann.
Beni, du hast nach dieser nervenaufreibenden Saison erneut deinen Vertrag am Schönbusch verlängert. Sag, brauchst du diesen Nervenkitzel statt es in deinem doch reifen Fußballeralter etwas ruhiger angehen zu lassen?
Wenn man so lange Fußball spielt wie ich, weiß man genau, warum man das alles macht. Klar wäre es manchmal einfacher, ruhiger durch eine Saison zu gehen, aber genau diese Emotionen und dieser Nervenkitzel gehören dazu. Der Verein, das Umfeld und die Mannschaft bedeuten mir viel, deshalb war für mich schnell klar, unabhängig von der Liga weiterzumachen.

Nicht nur als Führungsspieler überzeugend, in dieser Spielzeit mit neun Torerfolgen auch bester Torschütze seines Team. (FOTO: Julien Christ / sportfotografie.de)
Apropos nervenaufreibend. Es war eine Saison mit vielen "Abschnitten" - bergauf, bergab und mit vielen personellen Veränderungen. Wie lebst du da deine Rolle als Kapitän und wie kann man überhaupt etwas "beeinflussen"?
Die Saison war wirklich extrem wechselhaft. Es gab viele Veränderungen, sportlich wie personell, und da ist es als Kapitän wichtig, Ruhe zu bewahren und der Mannschaft Stabilität zu geben. Man kann natürlich nicht alles beeinflussen, aber man kann versuchen, täglich mit Leistung, guter Kommunikation und positiver Energie voranzugehen. Gerade in schwierigen Phasen ist Zusammenhalt das Wichtigste.
Nach der Niederlage in Buchbach waren die Köpfe sehr weit unten. Nun bekommt ihr durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen aber doch noch ein Endspiel gegen die Amateure des FC Bayern und könnt die Relegationsteilnahme noch schaffen. Wie kann man sich den Druck vorstellen, der auf den Spielern lastet und wie gehst du damit um?
Nach Buchbach war die Enttäuschung riesig, weil wir wussten, dass wir vieles selbst in der Hand hatten. Dass wir jetzt trotzdem noch die Chance auf die Relegation haben, zeigt aber auch, wie verrückt Fußball manchmal ist. Druck ist natürlich da – jeder weiß, worum es geht. Aber genau für solche Spiele arbeitet man die ganze Saison. Wichtig ist, einen klaren Kopf zu behalten und den Fokus auf die eigenen Aufgaben zu legen.
Auch der Blick auf die 2. Bundesliga lohnt sich derzeit. Denn wenn die Profis der SpVgg Greuther Fürth dort absteigen sollten, steht die U23 des Kleeblatts als Absteiger fest und auch in diesem Fall würdet ihr in die Relegationsspiele gehen. Würde das vom Gefühl für die Relegation einen Unterschied machen (es nicht selbst geschafft zu haben)?
Am Ende schaut man natürlich auf alle möglichen Szenarien, aber entscheidend ist erstmal, dass wir unsere Hausaufgaben machen. Sollte es über diesen Weg zur Relegation kommen, nehmen wir das selbstverständlich an. Im Nachhinein fragt keiner mehr danach, wie man reingekommen ist. Wichtig ist nur, die Chance dann auch zu nutzen.
Wie nervös bist du in solchen entscheidenden Spielen oder bist du so erfahren, dass dich keine Situation mehr aus der Bahn werfen kann?
Eine gewisse Anspannung gehört vor solchen Spielen immer dazu, das ist ganz normal Die Erfahrung hilft aber dabei, mit solchen Situationen besser umzugehen und Ruhe zu bewahren.

Anführer, Kopf und Dirigent seiner Mannschaft: Beni Baier. (FOTO: Julien Christ/ sportfotografie.de)
Auf was wird es in dem entscheidenden bzw. in den entscheidenden Spielen deiner Meinung nach am meisten ankommen?
In solchen Spielen kommt es vor allem auf Mentalität, Zusammenhalt und Konzentration an. Jeder muss bereit sein, für den anderen zu arbeiten und alles auf dem Platz zu lassen. Oft entscheiden Kleinigkeiten, deshalb wird wichtig sein, von der ersten Minute an voll da zu sein und auch in kniffligen Momenten ruhig zu bleiben.
Danke, Beni und viel Erfolg am Samstag!
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Stand: 12. Mai 2026 / Autorin und Redaktion: Melanie Grün-Schmidt
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